Bei unseren Reisen durch Thüringen, oft mit der Bahn, wiederholt sich ein Erlebnis. Man steigt in den Zug, freut sich auf das Ziel und kommt an. Dann denkt man sich, „Man man, wo ist man hier gelandet“. Ich habe es schon oft erlebt, in kleinen Ortschaften verkommen die Bahnhöfe. Zugenagelte Fenster, teilweise Not gesicherte Bauwerke, kurz Bauwerke werden dem Verfall Preis gegeben. Von einer Toilette ganz zu schweigen, nix da, man kommt an und der Bahnhof sagt einem: „Bloß schnell weg hier!“. Exemplarisch dazu ein paar Fotos von den zwei Bahnhöfen in Friedrichroda.

Doch was soll man tun gegen diesen Verfall? Woran liegt es? Das Bahnhöfe so schändlich vernachlässigt werden. Manchmal könnte man auch meinen sie spiegeln den Zeitgeist wieder. Wie Müll werden sie teilweise auch noch behandelt, der wird hier abgeladen. Schmierereien verunstalten die Gebäude. Die Häuser sind nicht selten sogar von hohem historischem Wert. Interessiert zumindest die nicht, die den Gebäuden das antun. Die Scheiben einschlagen, Schilder abreißen und ihren Kram hier abladen.

Genug erstmal, hier und da tut sich ja schon mal was. Der Bahnhof in Jena Göschwitz wurde wieder mit Leben gefüllt. Hier findet man seit letztem Jahr ein kleines Cafe mit Außen- und sogar Innen- Bereich, wenn draußen die Temperaturen wieder sinken. Als ich dieses jahr im Sommer dort vorbeigekommen bin, schien es gut angenommen worden zu sein. Der Platz davor war jedenfalls sehr voll mit Menschen, hoffentlich bleibt das auch so.

Ein paar weitere Ideen hätte ich da ja auch noch, für die Gegenden in denen sich ein Cafe z.B. nicht rentiert. Was man machen kann, hängt ja auch stark von der Gebäudegröße ab. Ich denke ja das Wichtigste für solche Gebäude ist es, dass Sie genutzt sind und jemand ein Auge darauf hat. Das hält zumindest schon mal den Vandalismus fern und auch der natürlichen Zerstörung sind die Gebäude dann nicht mehr so preisgegeben. Wie wäre es mit Platz für Vereine? Ein kleines Stadtmuseum? Wohnraum? Büros für Dienstleister? Und wenn die Bahn, der noch viele Bahnhöfe zu gehören scheinen nicht will, dann saniert halt die Stadt. Ich denke der erste Eindruck von Besuchern sollte es wert sein.

Zum Schluss noch ein paar persönliche Anmerkungen. Von neuen Bahnhöfen wie Jena Paradies oder dem Erfurter Hauptbahnhof halte ich gar nichts. Sie wollen mir einfach nicht gefallen. Gerade letzterer ist in meinen Augen eine totale Fehlkonstruktion. Es zieht extrem, besonders bei kaltem und nassem Wetter ein Problem. Die Überdachung auf der Schienenebene ist zudem, gelinde gesagt ein Witz, teilweise hat man da nicht mal Schutz vor Regen. Bei Regen werden da teilweise sogar die Bahnsteige nass. Da fragt man sich wer so was genehmigt. Zudem setzt die Bahn, wenn sie denn mal etwas tut, sowohl bei großen Bahnhöfen wie auch auf den kleinen überall auf die gleiche Farbgebung. Alles „schön“ Grau und viel Metall. Quasi, langweiliger ideal Standard! Wenn man bedenkt, dass Bahnhöfe etwas mit Reisen und verschiedenen Orten zu tun hat, verwundert der Einheitsbrei dann doch etwas.
Eure Meinung? Kennt ihr auch Beispiele, gute oder schlechte? Wie steht ihr zum Zustand der Bahnhöfe in Thüringen?

Quellen zum Thema