Sophienheilstätte bei Bad Berka

In der Nähe von Bad Berka befinden sich die Gebäude der ehemaligen Sophienheilstätte. Für uns eigentlich zunächst nur ein Zufallsfund, auf der Suche nach neuen Wanderzielen. Doch schon nach einem genaueren Blick war klar, das müssen wir uns ansehen, was wir auch getan haben. Doch zunächst die Geschichte dieses Ortes bis heute.

1898 wurde bei München (Thüringen) die Sophienheilanstalt für Lungenkranke erichtet. Die Leitung zu dieser Zeit hatte der Arzt Dr. Serves übernommen. Das heutige Gebäude mit 4 Etagen, entstand im Jahre 1912. Bis heute ist es so mit seinem imposanten Fachwerk den großen und kleinen Fenstern erhalten geblieben. Es steht auf dem Emskopf, oberhalb des Rittergutes München. Von den Menschen um 1900 wurde es auch als „Hustenburg“ bezeichnet, da das Genesungsheim für Schwindsüchtige (Tuberkolose) angelegt worden ist.

Einen sehr guten Zeitzeugenbericht gibt es von Moritz Theodor William Bromme, der 1902 hier zur Genesung war.

1904 übernimmt die Thüringische Landesversicherungsanstalt die Sophienheilstätte in Bad Berka zu einem Preis von 300.000 RM. Dazu gekauft wurde auch das Forstareal für 110.000 RM. Zudem wurde auch das Rittergut München erworben.

Mitte der 1920er Jahre wurde die Heilanstalt zu einer modernen klinischen Heilstätte mit chirurigischen Behandlungsmethoden. Von 1902 bis 1934 führte das Haus Sanitätsrat Dr. Adam Koppert. Dieser führte die Therapien seines Vorgängers weiter. Dazu gehörte Bewegung an der frischen Luft und eine ausreichend vernünftige Ernährung. Dadurch sollte der Körper befähigt werden den Kampf gegen die Krankheit aufzunehmen.

1934 übernahm Dr. Adolf Tegtmeier (1894-1975) die Leitung des Hauses. Tegtmeier entwickelte die Sophienanstallt nochmals weiter. Darunter eine Leistungsfähige Röntgenapparatur und eine moderne Ausstattung des Operrationssaales. 1945 war geplant die Heilstätte in ein ein sowjetisches Seuchenlazarett umzuwandeln, dies konnte Tegtmeier erfolgreich abwenden.

Später befanden sich hier die Abteilungen Urologie und Orthopädie des Zentralklinikums auf der Hardt.

Seit 1994 wird das Gebäude nicht mehr genutzt und verfällt zusehends immer mehr. Zu unserem Besuch 2016 war der Zustand noch recht gut, man kann es noch retten. Lange wird es wohl aber nicht mehr dauern, sofern nichts geschieht, dass auch dieses kulturell- und architektonisch besonders wertvolle Gebäude nur noch abgerissen werden kann.

Weitere Quellen:

  • Wikipedia – München bei Bad Berka [ LINK ]
  • Wikipedia: Sophie von Oranien-Nassau [ LINK ]
  • Zentralklinik Bad Berka [ LINK ]